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Großartige Neuigkeiten der assistierten Reproduktion der Spixaras in ALWABRA Wildlife Preservation!

Weitere großartige Neuigkeiten der assistierten Reproduktion der Spixaras in ALWABRA Wildlife Preservation!

Mit dem neuen Rio 2 Kinofilm rückten die Spixaras erneut ins Licht der Öffentlichkeit und die Fragen über Neuigkeiten zum Erhaltungszuchtprojekt sowie dem Stand einer potenziellen Auswilderung der Spixaras wurden lauter.

In den Brutzeiten 2012, 2013 und 2014 wurden viele Anstrengungen im Bereich der assistierten Reproduktion unternommen um Strategien und Techniken zu entwickeln, die die Befruchtungsraten der Spixaras erhöhen und damit ein schnelleres Wachstum der Gesamtpopulation zu erreichen. Mit der künstlichen Besamung soll auch den Tieren zu einer Vermehrung verholfen werden, die bisher keine Nachkommen hatten und deren Gene ansonsten für die Erhaltungszucht verloren wären.

In der Brutzeit 2013 gelang es mithilfe der Experten des EXOTENGESUNDHEITSTEAMS Heiner Müller und Daniel Neumann den weltweit ersten Spixara mit Hilfe der künstlichen Besamung in ALWABRA, Qatar zu erzeugen.
Andere wichtige Faktoren, die in der Spixarahaltung berücksichtigt werden müssen sind der Mangel an elternaufgezogenen Jungvögeln als auch die Etablierung weiterer Strategien, die das Erlernen des arteigenen Verhaltens bis zum Erreichen der Geschlechtsreife ermöglichen.

Eines der 5 2014 in ALWABRA, Qatar geschlüpften Spixaraküken
Tierarzt Heiner Müller zusammen mit 2014 geschlüpften Spixaras. In der Mitte der nach ihm benannte männliche Spixara „Müller“, einem der diesjährigen Küken aus künstlicher Besamung
Dr. Cromwell Purchase und Tierarzt Daniel Neumann bei der künstlichen Besamung eines Spixaras.

Die in Qatar angewendeten Methoden der Handaufzucht beinhalten einen geringstmöglichen Kontakt der Jungtiere zum Menschen. Mit Erreichen der Selbstständigkeit werden die Jungvögel einer Brutsaison in einen Jungvogelschwarm bestehend aus den Nachzuchten der Vorjahre integriert. Dies wird nun seit einigen Jahren praktiziert und die Resultate können sich sehen lassen. So können die Jungvögel mit nur geringstem menschlichen Kontakt das arteigenen Verhalten erlernen und wenn die Genetik es erlaubt, hier auch ihren Partner selbst wählen. Dies ist unseres Erachtens der beste Start den man diesen handaufgezogenen Vögeln bieten kann, um vielversprechende künftige Zuchtpaare zu erhalten, die auch später potentiell die Möglichkeit haben sollen ihre eigenen Jungtiere selbst aufzuziehen.

Nahezu alle derzeit existierenden Spixaras sind Handaufzuchten, die niemals die Chance bekamen, ihre eigenen Küken aufzuziehen. Dies ist in vielen Faktoren begründet, hauptsächlich aber durch die hohe Anzahl unbefruchteter Gelege und die damit einhergehende Notwendigkeit, jedes einzelne Küken sicher von Hand aufzuziehen. 2012 und 2013 wurden befruchtete Eier anderer Arten bei verschiedenen Spixara-Brutpaaren untergelegt und damit ermöglicht, Jungtiere selbst aufzuziehen. Mit den mehreren Möglichkeiten zeigten sich zwar Verbesserungen, ein kompletter Erfolg wollte sich jedoch nicht einstellen.

2014 schritten 2 wie oben beschrieben aufgezogene junge Spixarapaare zu Ihrer ersten Brut. Es handelte sich um das jüngste dokumentierte Alter, bei dem Spixaras in Gefangenschaft je zur Brut schritten. Es wurde entschieden, einem der Paare die Möglichkeit zur Aufzucht eines anderen Arakükens zu bieten, eines Rotrückenaras (Primolius maracana). Nachdem das erste Gelege unbefruchtet war, legte das Team von AWWP ein befruchtetes Rotrückenara-Ei beim ebenfalls unbefruchteten Nachgelege unter. Das Paar wurde mit Hilfe von Nistkastenkameras anschließend genauestens überwacht und die Inkubation der Eier, Aggressionen, Schlupfhilfe durch die „Elterntiere“ und die anschließende Aufzucht intensiv beobachtet. Zur Freude Aller war das Paar sehr behutsam und das Küken wurde mit viel Fürsorge aufgezogen. Das einzige Manko war, dass das Küken überfürsorglich geputzt wurde und die Federn am Rumpf des Kükens von den Zieheltern gezupft wurden. Alle wichtigen Schwung- und Schanzfedern blieben jedoch intakt und das Rumpfgefieder wuchs schnell wieder komplett nach. Nun, nachdem sich das Pärchen als zuverlässige Elternvögel bewährt haben, ist in den nächsten Brutsaisons geplant, ihnen arteigene Spixaraküken zur eigenen Aufzucht zu überlassen.

Die Teams von AWWP und dem EXOTENGESUNDHEITSTEAM arbeiten in der alljährlichen Spixara-Brutsaison eng zusammen. So gelang auch in der Brutsaison 2014 erneut die künstliche Besamung und 2 weitere Küken schlüpften mit Unterstützung der assistierten Reproduktion. Zusammen mit 2 weiteren mittels künstlicher Besamung befruchteten aber leider abgestorbenen Eiern wurde der Vorjahreserfolg verdoppelt. Ob weitere Eier befruchtet waren, jedoch vor einer mit dem bloßen Auge erkennbaren Entwicklungsstufe abstarben wird von AWWP-Direktor und Blue Macaw captive coordinator Dr. Cromwell Purchase mittels einer speziellen Eianalysetechnik untersucht. Hierzu wird die Keimscheibe aller sich makroskopisch nicht entwickelnden Eier begutachtet. Diese Daten können wichtige Informationen zur weiteren Vorgehensweise liefern und damit zu höheren Erfolgsquoten in künftigen Jahren führen.

Die Brutsaison 2014 lieferte viele weitere wissenschaftliche Informationen für die Wissenschaftler und Tierärzte von AWWP und des EXOTENGESUNDHEITSTEAMS. Diese helfen die angewendeten Techniken und Strategien stets weiterzuentwickeln und zu optimieren. Eines der größten Durchbrüche 2014 gelang bei einem gleichgeschlechtlichen „Paar“, bestehend aus 2 Spixaraweibchen. Beide Weibchen legten ihre Gelege in den gleichen Nistkasten ohne jeglichen Kontakt zu einem männlichen Vogel. Bei beiden Weibchen gelang die erfolgreiche künstliche Besamung eines Eies, wobei eines der Jungtiere zum Schlupf kam und erfolgreich aufgezogen wurde – ein weiteres Jungtiere für den Spixara-Gesamtbestand. Da diese Weibchen seit vielen Jahren keinen Kontakt zu männlichen Spixaras hatten, ist die erfolgreiche künstliche Besamung in diesen Fällen garantiert. Der Grund für die Wichtigkeit dieses Durchbruches liegt in der Geschlechterverteilung der Spixarapopulation begründet. Es gibt einen deutlichen Überhang an weiblichen Tieren, der bisher für den Erhalt der Art aufgrund mangelnder männlicher Partner verloren war. Zusätzlich zeigen diese Ergebnisse, dass überzählige Weibchen auch für andere Artenschutzprojekte mit Hilfe dieser Technik nicht verloren sind.

Die beiden Küken aus künstlicher Besamung 2014. Das linke Küken ist ein ganz besonderes, da es aus einer „Weibchen-Verpaarung“ stammt. Die künstliche Besamung erlaubt es auch den überschüssigen Weibchen, für Nachkommen zu sorgen und damit zum Erhalt der Art beizutragen. In der Vergangenheit waren diese Weibchen für die Erhaltungszucht verloren.

Neben den 2 Spixaraküken aus künstlicher Besamung schlüpften auch 3 weitere Jungtiere aus natürlichen Verpaarungen in AWWP. Wir sind sehr glücklich darüber, in diesem Jahr mehr Männchen als Weibchen nachgezogen zu haben. Dies ist aufgrund des genannten Weibchen-Überschusses sehr wichtig für die Gesamtpopulation.
Zur selben Zeit wie die Spixaras schritt auch ein Paar Weißohrrabenkakadus in ALWABRA zur Brut. Dieses Paar -auf den Menschen geprägte Handaufzuchten – hatte in ihrer gesamten Historie nie befruchtete Eier gelegt. Nach künstlicher Besamung schlüpften 2 Küken aus 2 Eiern, ein Befruchtungserfolg von 100%. Beide Jungvögel entwickeln sich prächtig.
AWWP und das EXOTENGESUNDHEITSTEAM gewannen erneut viele neue Daten und Erkenntnisse zur Brutbiologie und dem Brutverhalten der Spixaras. Beide Teams freuen sich nun sehr auf die nächste Spixara-Brutsaison um ihre Arbeit fortzusetzen und zum Erhalt dieser unglaublichen Papageienart beizutragen.
AWWP, EXOTENGESUNDHEITSTEAM